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Samstag, 28. Januar 2012

Der NRRW-Pakt 50plus

Immens ist seine regionale Ausdehnung – in seiner Nord-Süd-Ausrichtung umfasst er rund 150 km; die Zielgruppe an einem Ort zusammengefasst ergäbe eine Kleinstadt, doch vor allem das Vorhaben des Paktes – die Integration möglichst vieler Langzeitarbeitsloser über 50 Jahren in der Region – erscheint gleichsam herausfordernd wie notwendig. Ein Blick in die Gegenwart zeigt stark angespannte soziale Sicherungssysteme, die durch Vorruhestand und Altersteilzeit täglich weiter belastet werden. Richtet man den Blick voraus, wird allgegenwärtig, dass der demographische Wandel gravierende soziale und ökonomische Veränderungen mit sich bringen wird. Gleichsam verbirgt sich bei den über 50-jährigen Langzeitarbeitslosen ein gesellschaftliches und ökonomisches Potenzial, welches nun gezielt in den Arbeitsmarkt (re-)integriert werden muss.

Auftaktveranstaltung des NRRW-Pakts am 27.07.09

An dieser Stelle setzt der NiederRhein-Ruhr-Westfalen-Pakt 50plus (kurz NRRW-Pakt 50plus) an, hat sich dieser doch die Aktivierung und Integration von älteren Langzeitarbeitslosen über 50 Jahren zum Ziel gesetzt.  Unter dem „Pakt“ wird hierbei das Bündnis zwischen dem Kreis Borken mit dem Service-Punkt ARBEIT, das Jobcenter Essen, das Jobcenter Krefeld, das Jobcenter für Beschäftigung Mönchengladbach, das Jobcenter Rhein-Kreis Neuss und das Jobcenter Kreis Wesel verstanden. Regional vorhandene Kompetenzen, Ideen, Strukturen und Ressourcen werden seit dem 01.07.09 zielgerichtet für die Verbesserung der Beschäftigungschancen älterer Langzeitarbeitsloser genutzt. Um dies zu erreichen, wurden in den beteiligten Regionen Projekte gegründet, die sich speziell der Aktivierung und Integration älterer Langzeitarbeitsloser widmen.

Im Einzelnen sind die Regionen mit  den folgenden sechs Projekten vor Ort vertreten:

Grundsicherungsstelle Projekt
Kreis Borken Service-Punkt-Arbeit Comeback50
Jobcenter Essen KomET
Jobcenter Krefeld 50plus AKTIV
Jobcenter für Beschäftigung Mönchengladbach Perspektive 50plus Mönchengladbach
Jobcenter Rhein-Kreis Neuss Visionen 50plus
Jobcenter Kreis Wesel INISS

Eingebettet ist dieser Pakt in das Programm des BMAS „Perspektive 50 plus – Beschäftigungspakte in den Regionen http://www.perspektive50plus.de. Nicht weniger als 62 Pakte, in denen derzeit 292 Arbeitsgemeinschaften, zugelassene kommunale Träger und Arbeitsagenturen mit getrennter Aufgabenwahrnehmung beteiligt sind, haben hierbei das Ziel, die Beschäftigungschancen älterer Langzeitarbeitsloser zu verbessern. Hierdurch entsteht ein bundesweites Netzwerk von Akteuren mit spezifischen Erfahrungswerten, die dem einzelnen Arbeitssuchenden vor Ort nützen können. Merkmal des Programms ist dabei, dass neben den Arbeitsgemeinschaften und kommunalen Trägern zahlreiche  strategische Partner der öffentlichen und privaten Hand in das Programm eingebunden sind und so ein lernender Ansatz auf den unterschiedlichsten Ebenen realisiert werden kann.

Gesundheitliche Probleme werden angegangen

Für Interessierte bietet der NRRW-Pakt 50plus ein vielfältiges Angebot, um gemeinsam die Rückkehr ins Berufsleben zu realisieren. Hierzu zählen berufsbezogene Qualifizierungen, Bewerbungstrainings, Einzelcoachings, Existenzgründungs- und Gesundheitsberatungen, Selbstpräsentationstrainings und  vieles mehr. Die Interessierten sollten jedoch folgende Kriterien erfüllen:

  • Sie müssen vor dem 01.01.1961 geboren sein
  • Sie müssen bei der jeweiligen Grundsicherungsstelle entweder als "arbeitslos" oder "arbeitssuchend" gem. § 53 a SGB II geführt werden
  • Sie müssen Arbeitslosengeld II beziehen
  • Sie müssen ihren Wohnsitz im Einzugsgebiet eines der beteiligten Projekte haben

Wenn wir aufgrund dieser Worte nun Ihr Interesse am Pakt geweckt haben, freut uns das sehr. Gerne steht Ihnen der Paktkoordinator des NRRW-Pakts 50plus bei Fragen und Anregungen zur Verfügung. Die Kontaktdaten entnehmen Sie bitte der Rubrik „Ansprechpartner“. Gleichsam finden Sie in dieser Rubrik die Ansprechpartner für die jeweiligen Projekte vor Ort, die Ihnen gerne die Hintergründe und Voraussetzungen für eine Teilnahme im jeweiligen Projekt erklären. Zudem sind in der Rubrik „Links“ zahlreiche weiterführende Homepages genannt, durch die Sie weitere differenzierte Informationen zur Aktivierung und Integration der älteren Langzeitarbeitslosen erhalten können.